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Rechenpferd

Wie schwer darf der Reiter sein?

Berechne, wie viel Prozent seines Normalgewichts dein Pferd mit dir, Sattel und Gepäck trägt – eingeordnet nach TVT und VFD, mit Studienlage.

Deine Angaben

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Gemeint ist das Gewicht bei normaler Figur, weder zu dick noch zu dünn. Ist dein Pferd zu dick, nimm das Zielgewicht, nicht das aktuelle Gewicht.Aus deinem Profil übernommen. Prüfe, ob das dem Normalgewicht entspricht.Gewicht unbekannt? Pferdegewicht schätzen oder Figur einschätzen

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Am besten mit Stiefeln, Helm und ggf. Sicherheitsweste wiegen. Der Wert bleibt in deinem Browser – er wird weder gespeichert noch geteilt.

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Sattel mit Gurt, Steigbügeln, Riemen, Pad oder Schabracke, ggf. Vorderzeug. Am genauesten: dich mit und ohne Sattel wiegen und die Differenz nehmen. In der Studie von Dyson et al. (2020) wogen Sattel und Unterlagen 7,5–11 kg, Westernsättel sind oft schwerer.Der Standardwert von 10 kg stammt aus Studien mit Großpferde- und Islandsätteln. Ponysättel sind oft leichter – am besten selbst wiegen.

Zustand deines Pferdes aus Profil

Fit & erwachsen: gesund, regelmäßig trainiert, normale Figur. Eingeschränkt: jung und noch im Aufbau, älter, untrainiert, gesundheitlich eingeschränkt, zu dick oder zu dünn.

Deine Reiterfahrung aus Profil

Geübt: Du reitest regelmäßig und sitzt ausbalanciert. Wenig geübt: Du steigst gerade ein, reitest nur gelegentlich oder bist in Beweglichkeit oder Koordination eingeschränkt.

Alles optional. Gepäck für Wanderritte zählt zur Gesamtlast.

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Satteltaschen, Trinkflasche (1 Liter Wasser ≈ 1 kg), Regenjacke, Hufschuhe … Leer zählt als 0.

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Pony / Robustpferd: z. B. Haflinger, Fjordpferd, Isländer. Vollblut / Araber: Englisches und Arabisches Vollblut. Der Typ ändert nur die Hinweise, nicht die Einordnung.

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Nur für die Faustformel nach Widerristhöhe, die für Warmblüter beschrieben ist.Stockmaß nur in Hand? In cm umrechnen

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In der Mitte zwischen Vorderfußwurzelgelenk („Knie“) und Fesselgelenk messen, Maßband straff anlegen, Sehnen mitmessen. Ergibt den Röhrbeinbelastungsindex.

Ergebnis

So rechnet der Reitergewicht-Rechner

Der Rechner setzt die Gesamtlast auf dem Pferderücken ins Verhältnis zum Normalgewicht deines Pferdes. Zur Gesamtlast gehören du in Reitkleidung, Sattel mit Zubehör und Gepäck. So rechnen auch die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) und die Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland (VFD).

Belastung in % = (dein Gewicht + Ausrüstung + Gepäck) ÷ Normalgewicht des Pferdes × 100

Ein Beispiel: Dein Pferd wiegt bei normaler Figur 550 kg, du in Reitkleidung 85 kg, Sattel und Zubehör wiegen 10 kg. Die Gesamtlast beträgt 95 kg, also 95 ÷ 550 × 100 = 17,27 %. Der Rechner zeigt 17,3 %, denn Prozentwerte rundet er auf und Höchstgewichte auf ganze Kilo ab – so fällt das Ergebnis nie zu günstig aus. Das liegt im Grenzbereich: Bist du wenig geübt, blieben dir bis zu deiner Obergrenze von 17,5 % noch 1,2 kg.

Bezugsgröße ist das Normalgewicht, nicht das aktuelle Gewicht. Ein zu dickes Pferd trägt nicht mehr, nur weil es mehr wiegt – laut VFD sind übergewichtige Pferde keine Gewichtsträger. Rechne dann mit dem Zielgewicht, am besten tierärztlich eingeschätzt. Das Gewicht schätzt du mit dem Pferdegewicht-Rechner, die Figur beurteilst du mit dem Body Condition Score.

Wie viel Gewicht darf ein Pferd tragen?

Einen wissenschaftlich gesicherten Grenzwert gibt es nicht. Die TVT nennt die Prozentmethode selbst „allenfalls eine sehr grobe Orientierung“. Sie ist aber die einzige Methode, auf die sich alle gefundenen Fachpapiere beziehen. Ob für euch eher die 15-%-Regel oder die 20-%-Regel passt, hängt nach VFD von deinem Pferd und deiner Reiterfahrung ab.

Der Rechner ordnet in vier Stufen ein. Die beiden oberen markiert er im Ergebnis rot, auf der Skala ist die dritte Stufe orange:

  • Im Richtbereich, bis 15 %: Die TVT hält rund 15 % bei normal gewichtigen, trainierten Pferden für „realistisch und akzeptabel“.
  • Grenzbereich, bis zu deiner Obergrenze: Der VFD nennt 20 % als Faustregel für die maximale Belastung, 17,5 % für Einsteigende, Gelegenheitsreitende und Reitende mit eingeschränkter Beweglichkeit oder Koordination. Die TVT hält 20 % nur unter optimalen Bedingungen für tolerierbar.
  • Über dem Richtwert für eure Situation: über deiner Obergrenze, aber unter 25 %.
  • Deutlich über allen Richtwerten, ab 25 %: Die TVT bewertet Belastungen von 25 oder gar 30 % als tierschutzwidrig.

Für junge, alte, untrainierte oder gesundheitlich beeinträchtigte Pferde empfiehlt der VFD höchstens 15 %, einen Grenzbereich gibt es dann nicht. Pferde gelten erst mit vier bis sechs Jahren, manche Rassen noch später, als physiologisch ausgewachsen (SVPS/STS). Wie alt dein Pferd genau ist und in welcher Lebensphase es steckt, zeigt der Pferdealter-Rechner. Der Rechner ordnet auch zu dicke oder zu dünne Pferde so ein, weil die Last für sie laut TVT niedriger liegen soll. Die Schweizer Empfehlung von SVPS und Schweizer Tierschutz STS bezieht 15 % dagegen nur auf dein Körpergewicht ohne Ausrüstung. Diesen Wert zeigt der Rechner getrennt an.

Maximale Gesamtlast nach Pferdegewicht

So viel Gesamtlast passt nach den Richtwerten zum Normalgewicht deines Pferdes. Davon geht noch das Gewicht von Sattel und Zubehör ab.

Maximale Gesamtlast inklusive Ausrüstung, auf ganze kg abgerundet. Grundlage: TVT 2019, VFD 2019
Pferd 15 % 17,5 % 20 %
150 kg 22 kg 26 kg 30 kg
200 kg 30 kg 35 kg 40 kg
250 kg 37 kg 43 kg 50 kg
300 kg 45 kg 52 kg 60 kg
350 kg 52 kg 61 kg 70 kg
400 kg 60 kg 70 kg 80 kg
450 kg 67 kg 78 kg 90 kg
500 kg 75 kg 87 kg 100 kg
550 kg 82 kg 96 kg 110 kg
600 kg 90 kg 105 kg 120 kg
650 kg 97 kg 113 kg 130 kg
700 kg 105 kg 122 kg 140 kg
750 kg 112 kg 131 kg 150 kg
800 kg 120 kg 140 kg 160 kg

Pferd, Sattel und dich richtig wiegen

  1. Wiege dein Pferd am besten auf einer Großwaage, etwa bei einer landwirtschaftlichen Genossenschaft, oder mit einer mobilen Pferdewaage. Ohne Waage helfen ein Gewichtsmaßband oder die Formel im Pferdegewicht-Rechner – die TVT sieht darin nur eine sehr grobe, erste Orientierung.
  2. Wiege dich in Reitkleidung, mit Stiefeln, Helm und gegebenenfalls Sicherheitsweste.
  3. Stell dich danach mit dem Sattel samt Gurt, Steigbügeln, Riemen, Pad oder Schabracke und Vorderzeug auf die Waage. Die Differenz ist das Gewicht deiner Ausrüstung.
  4. Wiege für Wanderritte die gepackten Satteltaschen. Ein Liter Wasser wiegt etwa ein Kilogramm.

Den Röhrbeinumfang misst du am Vorderbein in der Mitte zwischen Vorderfußwurzelgelenk („Knie“) und Fesselgelenk. Stell dein Pferd gerade auf festen Boden, leg das Maßband straff an, ohne einzuschneiden, und lies auf 0,5 cm genau ab. Die Sehnen misst du mit.

Was sagen Studien zum Reitergewicht?

Die Studienlage ist dünn: wenige Pferde, kurze Tests, keine Langzeitdaten. Die Ergebnisse widersprechen sich teilweise.

  • Powell et al. 2008 (8 Reitpferde): Zwischen 15 und 20 % zeigten sich kaum Unterschiede, deutliche Effekte erst bei 25–30 %. Pferde mit breiterer Lende und dickerem Röhrbein reagierten weniger.
  • Dyson et al. 2020 (Pilotstudie, 6 Pferde): Alle 13 Ritte der beiden schwersten Reitenden wurden abgebrochen, meist wegen vorübergehender Lahmheit. Ihr Körpergewicht allein entsprach 15,3–27,5 % des Pferdegewichts. Bei der moderat schweren Reiterin endete 1 von 12 Ritten vorzeitig.
  • Christensen et al. 2020 (20 Reiter-Pferd-Paare): Bei Gesamtlasten bis 15–23 % und einer gut fünfminütigen Dressuraufgabe zeigten sich keine Kurzzeit-Effekte – laut der Studie nicht auf intensivere Arbeit übertragbar.
  • Stefánsdóttir et al. 2017 (8 Isländer): Im kurzen Tölt-Test arbeiteten die Pferde im Mittel bis 22,7 % überwiegend aerob, einzeln bei 17,0–27,5 %. Das hing mit dem Body Condition Score am Rücken zusammen, nicht mit Größe oder Gewicht.

Röhrbein und Widerrist: zwei grobe Zusatzmaße

Laut TVT spielt das Körpergewicht für die Tragfähigkeit nur eine untergeordnete Rolle; Lendenbreite und Röhrbeinumfang geben einen besseren Eindruck. Grenzwerte gibt es dafür nicht, deshalb ändern diese Maße die Einordnung des Rechners nicht.

Der Röhrbeinbelastungsindex (RI) ist der Röhrbeinumfang in cm × 100 ÷ Körpergewicht in kg. Je höher er ist, desto stabiler gilt das Fundament. Kräftige Robustponys liegen laut TVT bei 4,5–6. Die TVT nimmt an, dass mindestens 20 cm Röhrbeinumfang je 450 kg für gute Trageigenschaften sprechen, das entspricht einem RI von etwa 4,4. Weil das Gewicht im Nenner steht, haben kleine Pferde rechnerisch höhere Werte – vergleiche also nur mit ähnlich schweren Pferden.

Röhrbeinbelastungsindex verschiedener Rassen (Rassedurchschnitte, Messweise nicht angegeben). Quelle: TVT-Merkblatt Nr. 185 (2019)
Rasse RI Gewicht Röhrbein
Minishetland-Pony 9,5 120 kg 11,4 cm
Shetland-Pony 7,4 190 kg 14,0 cm
Welsh B 4,8 330 kg 16,0 cm
Huzule 4,9 350 kg 17,3 cm
Konik 4,3 370 kg 16,0 cm
Deutsches Reitpony 4,5 380 kg 17,0 cm
Islandpferd 4,7 380 kg 18,0 cm
Highland-Pony 5,4 400 kg 21,5 cm
Norweger 4,4 420 kg 18,5 cm
Pasopferd 3,8 440 kg 16,7 cm
Arabisches Vollblut 4,1 450 kg 18,3 cm
Achal-Tekkiner 4,1 450 kg 18,6 cm
Kabardiner 4,2 450 kg 18,9 cm
Fell-Pony 4,9 450 kg 22,0 cm
Englisches Vollblut 4,4 460 kg 20,3 cm
Quarterhorse 3,9 470 kg 18,2 cm
Haflinger 3,6 520 kg 18,8 cm
Knabstrupper 3,4 560 kg 19,0 cm
Württemberger 3,4 590 kg 20,0 cm
Bayrisches Warmblut 3,6 600 kg 21,5 cm
Hannoveraner 3,7 600 kg 22,0 cm
Trakehner 3,1 650 kg 20,0 cm
Süddeutsches Kaltblut 3,0 770 kg 23,0 cm
Litauisches Kaltblut 3,2 800 kg 25,7 cm

Die Faustformel nach Widerristhöhe lautet: Widerristhöhe in cm − 100 + 30 = maximale Gesamtlast in kg. Ein Warmblut mit 165 cm Stockmaß käme so auf 95 kg. Die Formel kennt nur die Höhe, nicht das Gewicht. Das Deutsche Tierärzteblatt beschreibt sie für Warmblüter, für Ponys und Kleinpferde ist sie laut TVT nur bedingt übertragbar. Ein Stockmaß in Hand rechnest du mit dem Stockmaß-Umrechner um.

So entlastest du dein Pferd

  • Sattel prüfen lassen: Mit einem unpassenden Sattel ist jede reitende Person zu schwer, schreibt der VFD. Lass die Passform für Pferd und dich regelmäßig prüfen, auch nach Gewichtsveränderungen. Ein leichterer Sattel und weniger Gepäck schaffen zusätzlich Spielraum.
  • Sitz und Fitness trainieren: Laut SVPS stört eine fitte, koordinierte Person das Pferd weniger als eine leichtere, aber unausbalancierte.
  • Tragemuskulatur aufbauen: Bodenarbeit und Longieren in Vorwärts-Abwärts-Haltung stärken den Rücken ohne Reitergewicht.
  • Arbeit anpassen: mehr Schritt, kürzere Einheiten, moderates Tempo. Laut TVT verträgt sich höheres Gewicht eher mit moderater Ausdauerarbeit als mit kurzer, intensiver Belastung; im Galopp wirkt die Gewichtskraft laut VFD bis etwa dreifach.
  • Offen über Passung sprechen: Kläre bei Reitbeteiligung oder Pferdekauf früh, ob Gewicht und Pferdetyp zusammenpassen. Den Preis einer Reitbeteiligung rechnest du mit dem Reitbeteiligung-Rechner aus.

Wann der Rechner nicht reicht

Das Ergebnis ist keine Erlaubnis und kein Verbot. Auch im grünen Bereich kann ein Pferd überfordert sein. Nicht berücksichtigt sind Sattelpassform, Sitz, Balance und Größe der reitenden Person, Lendenbreite, Tempo, Dauer der Arbeit, Boden und Trächtigkeit. Für Fahren, Voltigieren, Packpferde, Pferde in der Reha und im Anreiten gilt die Rechnung nicht.

Eine gesetzliche Gewichtsgrenze ist uns für Deutschland nicht bekannt, in der Schweiz gibt es laut SVPS keine. § 3 des Tierschutzgesetzes verbietet aber, einem Tier Leistungen abzuverlangen, denen es wegen seines Zustandes offensichtlich nicht gewachsen ist oder die offensichtlich seine Kräfte übersteigen. „Tierschutzwidrig“ ab 25 % ist eine fachliche Bewertung der TVT, keine gesetzliche Grenze.

Häufige Fragen

Wie viel Prozent seines Körpergewichts kann ein Pferd tragen – 15 oder 20 %?

Beide Werte stammen aus deutschen Fachpapieren. Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) hält rund 15 % für realistisch und akzeptabel – gerechnet mit reitender Person, Sattel und Ausrüstung auf das Normalgewicht des Pferdes. 20 % sind laut TVT nur unter optimalen Bedingungen tolerierbar, ab 25 % bewertet sie die Last als tierschutzwidrig. Die Vereinigung der Freizeitreiter (VFD) staffelt: 15 % für junge, alte, untrainierte oder gesundheitlich beeinträchtigte Pferde, 17,5 % für Einsteigende und Gelegenheitsreitende, 20 % als Obergrenze für alle anderen. Wissenschaftlich validiert ist keiner dieser Werte.

Zählt der Sattel zum Reitergewicht?

Ja. TVT und VFD rechnen mit der Gesamtlast aus reitender Person, Sattel, Zubehör und Gepäck. Sattel und Unterlagen wogen in der Studie von Dyson et al. (2020) 7,5–11 kg, Westernsättel sind oft schwerer. Nur die Schweizer Empfehlung von SVPS und STS bezieht ihre 15 % auf das Körpergewicht ohne Ausrüstung.

Rechne ich mit dem aktuellen Gewicht oder dem Idealgewicht des Pferdes?

Mit dem Idealgewicht, im Rechner „Normalgewicht“ genannt, also dem Gewicht bei normaler Figur. Der VFD bezieht sich auf einen Body Condition Score von 5–6, das Deutsche Tierärzteblatt auf 4–6 (Skala bis 9). Übergewicht macht ein Pferd nicht tragfähiger, es belastet den Bewegungsapparat zusätzlich. Bei einem zu dicken Pferd sollte die Last deshalb niedriger liegen, nicht höher.

Können Isländer, Haflinger oder Kaltblüter mehr tragen?

Kräftige, kompakte Pferde mit breiter Lende und starkem Röhrbein tragen im Verhältnis mehr als zierliche (TVT). Für Islandpferde mit passendem Körperbau und sehr gutem Training hält die TVT 20 % unter optimalen Bedingungen für tolerierbar – bei 380 kg sind das 76 kg inklusive Sattel, bei 15 % nur 57 kg. Ein Haflinger mit 520 kg (Rassedurchschnitt der TVT-Tabelle) kommt bei 15 % auf 78 kg Gesamtlast; eigene Studien zu Haflingern haben wir nicht gefunden. Kaltblüter sind laut SVPS nicht automatisch Gewichtsträger, weil sie oft zum Ziehen gezüchtet wurden.

Ist die 20-%-Regel wissenschaftlich belegt?

Nur schwach. Häufig wird sie einem Handbuch der US-Kavallerie von 1920 zugeschrieben; die Originalquelle haben wir nicht geprüft. Powell et al. (2008) fanden zwischen 15 und 20 % kaum Unterschiede, deutliche Effekte erst bei 25–30 %. In der Pilotstudie von Dyson et al. (2020) wurden dagegen alle Ritte der beiden schwersten Reitenden abgebrochen, deren Körpergewicht allein 15,3–27,5 % des Pferdegewichts entsprach. Eine finnische Befragung von 2025 nennt die 20-%-Regel „anekdotisch“.

Was ist der Röhrbeinbelastungsindex?

Der Röhrbeinbelastungsindex (RI) setzt den Umfang des vorderen Röhrbeins ins Verhältnis zum Körpergewicht: Röhrbeinumfang in cm × 100 ÷ Gewicht in kg. Je höher der Wert, desto stabiler gilt das Fundament. Kräftige Robustponys liegen laut TVT bei 4,5–6, Hannoveraner bei 3,7. Geprüfte Grenzwerte gibt es nicht, und kleine Pferde haben rechnerisch höhere Werte – vergleiche deshalb nur mit ähnlich schweren Pferden.

Woran merke ich, dass mein Pferd zu viel tragen muss?

Der VFD nennt unter anderem Abwehr beim Satteln, Schweifschlagen, Zähneknirschen, unreine Gänge, zackeligen Schritt, schwindende Tragemuskulatur und starkes Durchfesseln. Ein deutliches Zeichen ist, wenn dein Pferd ohne Reitergewicht oder unter einer leichteren Person deutlich besser geht. Lass solche Anzeichen tierärztlich abklären – der Rechner kann keine Ursache feststellen.

Quellen

Fachlich geprüft am 29. Oktober 2026

  1. Merkblatt Nr. 185 „Reitergewicht“: Beurteilung der Gewichtsbelastung von Pferden unter Tierschutzgesichtspunkten – Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT), AK Pferde, 2019 Belegt: Gesamtlast inkl. Ausrüstung auf das Normalgewicht, Bewertung von 10, 15, 20 und 25 %, Widerrist-Faustformel, Röhrbeinbelastungsindex mit Rassetabelle, Wiegemethoden
  2. Positionspapier VFD Tragkraft von Pferden – VFD-Fachbeirat Ethik und Tierschutz, 2019 Belegt: Obergrenzen 15, 17,5 und 20 % inkl. Ausrüstung, Bezug Idealgewicht, Warnzeichen, Belastung in Trab und Galopp, Sattel und Reitweise
  3. Übergewicht bei Pferd und Reiter (Becker, Bohnet), Deutsches Tierärzteblatt 70 (3), 302–305 – Bundestierärztekammer, 2022 Belegt: Widerrist-Faustformel für Warmblüter, Idealgewicht bei BCS 4–6, Hannoveraner RI 3,7, Isländer-Beispiel 25 %
  4. Wie viel Gewicht darf aufs Pferd? Fakten und Überlegungen zu einem gewichtigen Thema – Schweizerischer Verband für Pferdesport (SVPS) und Schweizer Tierschutz STS, 2022 Belegt: 15 % ohne Ausrüstung, keine gesetzliche Gewichtsgrenze in der Schweiz, Gewichtsträger-Mythos, Alter und Fitness
  5. Dyson et al.: The influence of rider:horse bodyweight ratio and rider-horse-saddle fit on equine gait and behaviour: A pilot study, Equine Veterinary Education 32 (10) – Hartpury University (Abstract), 2020 Belegt: abgebrochene Ritte, Verhältnis Reitergewicht zu Pferdegewicht, Sattelpassform
  6. The influence of rider:horse bodyweight ratio (Zusammenfassung der Studie von Dyson et al.) – Equine Info Exchange Belegt (Sekundärquelle): Sattelgewichte 7,5–11 kg, Mittel 9,7 kg
  7. Powell et al.: Evaluation of indicators of weight-carrying ability of light riding horses, Journal of Equine Veterinary Science 28 (1) – Elsevier, 2008 Belegt: 15–30 % Last, Effekte ab 25–30 %, Lendenbreite und Röhrbein (Inhalt nach Bukhari et al. 2021)
  8. Christensen et al.: Increased Rider Weight Did Not Induce Changes in Behavior and Physiological Parameters in Horses, Animals 10 (1) – MDPI, 2020 Belegt: keine Kurzzeit-Effekte bei 15–23 % Gesamtlast, nicht auf intensivere Arbeit übertragbar
  9. Stefánsdóttir et al.: The effect of rider weight and additional weight in Icelandic horses in tölt: part I, Animal 11 (9) – Cambridge University Press, 2017 Belegt: Isländer im Tölt, im Mittel 22,7 % (17,0–27,5 %), Zusammenhang mit dem Body Condition Score am Rücken
  10. Bukhari et al.: Quantifying the Impact of Mounted Load Carrying on Equids: A Review, Animals 11 (5) – MDPI, 2021 Belegt: Überblick über die Studienlage, Ergebnisse von Powell et al. 2008
  11. Rossi et al.: Survey of rider and horse size proportions and associated rider perceptions (Poster) – Universität Helsinki, 2025 Belegt: 20-%-Regel „anekdotisch“
  12. Tierschutz im Pferdesport – Leitlinien zu Umgang mit und Nutzung von Pferden unter Tierschutzgesichtspunkten – Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (heute BMLEH), 2020 Belegt: zielgerichtete Ausbildung vor 30 vollendeten Lebensmonaten verletzt in der Regel die Tierschutzgrundsätze
  13. Tierschutzgesetz, § 3 – Bundesministerium der Justiz Belegt: Verbot, einem Tier offensichtlich überfordernde Leistungen abzuverlangen

Die Ergebnisse sind Richtwerte zur Orientierung. Sie ersetzen keine Untersuchung oder Beratung durch Tierärztin, Tierarzt oder andere Fachleute. Bei Krankheitsanzeichen wende dich bitte direkt an deine Tierarztpraxis.