Wie berechnet der Rechner die Gebissgröße?
Grundlage ist die Maulbreite von Maulwinkel zu Maulwinkel, gemessen dort, wo das Gebiss liegt, gerade und ohne Zügelzug. Darauf schlägt der Rechner je nach Gebisstyp eine Zugabe auf und wählt die passende Größe im Handelsraster von 5 mm.
- Lose Ringe wie bei der Wassertrense brauchen etwas Luft, damit die Ringlöcher die Lippen nicht einklemmen: etwa 3 mm (⅛ Zoll) je Seite. Mehr als ca. 0,5 cm je Seite sollen es nach FN-Ausrüstungskatalog und Sprenger nicht sein. Der Rechner nimmt die kleinste Größe mit mindestens 3 mm je Seite, im 5-mm-Raster also immer 3–5 mm.
- Feste Seitenteile wie Olivenkopf, D-Ring oder Schenkeltrense liegen dicht am Maulwinkel an. Sprenger empfiehlt sie eine Nummer kleiner, der Rechner setzt dafür 5 mm an.
- Bei der Kandarenzäumung ist die Unterlegtrense so weit wie die Wassertrense. Die Kandare liegt tiefer, wo das Maul schmaler ist, und wird laut Sprenger 0,5–1 cm kleiner gewählt. Der Rechner nimmt 0,5 cm, weil 1 cm schnell unter die Maulbreite fällt.
Wassertrense = Maulbreite + 6 mm, aufgerundet auf die nächste 5-mm-Größe
Feste Seitenteile und Kandare = Wassertrense − 5 mm
Ein Beispiel: Bei 12,5 cm Maulbreite sind das 125 + 6 = 131 mm, aufgerundet 135 mm. Die Wassertrense hat also 13,5 cm und steht je Seite 5 mm über. Olivenkopf und Kandare haben 13,0 cm (2,5 mm je Seite), die Unterlegtrense 13,5 cm.
Größen wie 12,5 oder 13,5 cm sind Hauptgrößen. Zwischengrößen wie 13,0 oder 14,0 cm führt nicht jeder Hersteller. Dann nennt der Rechner Alternativen, zuerst die, deren Überstand näher an 3–5 mm liegt. Bei 13,0 cm Maulbreite passt 14,0 cm. Gibt es die nicht, eher 13,5 cm (2,5 mm je Seite, knapp) als 14,5 cm (7,5 mm je Seite, etwas weit).
Wie misst du die Maulbreite deines Pferdes?
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Binde dein Pferd ruhig an oder lass es halten. Du brauchst einen Holzstab, eine Schnur oder ein Gebissmessgerät. Sprenger bietet einen Gebissweitenmesser zum Ausdrucken an.
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Leg Stab oder Schnur gerade quer ins Maul, dort, wo das Gebiss liegt: in die zahnfreie Lücke, in Höhe der Maulwinkel. Zieh dabei nicht zu einer Seite.
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Markiere rechts und links genau am Maulwinkel, mit einem Stift oder den Fingern.
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Miss den Abstand zwischen den Markierungen. Das ist die Maulbreite. Miss zweimal und nimm bei abweichenden Werten den Mittelwert.
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Ein Gebissmessgerät zeigt die Maulbreite direkt an. Zeigt deines laut Anleitung schon eine Gebissgröße mit Zugabe, ist das nicht die Maulbreite. Sonst rechnest du die Zugabe doppelt.
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Prüfe das neue Gebiss am Pferd, gerade und mit lockerem Zügel: Lose Ringe haben ca. 3–5 mm Luft je Seite, feste Seitenteile liegen an. Die Maulwinkel dürfen nicht eingeklemmt werden.
Eine Schnur kann sich dehnen, markiere deshalb straff. Die Maulbreite nimmt mit dem Alter zu, miss bei jungen Pferden regelmäßig nach. Wie alt dein Pferd genau ist, zeigt der Pferdealter-Rechner.
Wie viel größer als das Maul muss das Gebiss sein?
| Gebiss | Sitz im Maul | Überstand je Seite |
|---|---|---|
| Wassertrense, lose Ringe | Ringe laufen frei, Lippen frei von den Ringlöchern | mind. ca. 3 mm, höchstens ca. 5 mm |
| Feste Seitenteile | liegen dicht am Maulwinkel an, ohne zu klemmen | eine Nummer kleiner als die Wassertrense |
| Unterlegtrense | wie eine normale Wassertrense | wie die Wassertrense |
| Kandare | liegt tiefer, wo das Maul schmaler ist | 0,5–1 cm kleiner als die Unterlegtrense |
Im Passform-Check bewertet der Rechner den Überstand je Seite. Bei losen Ringen passen 3–5 mm, darunter wird es knapp, darüber etwas weit. Ab 10 mm je Seite gilt ein Gebiss als zu weit, es kann seitlich rutschen und verkanten. Diese Grenze hat der Rechner zwischen den FN-Richtwert (ca. 5 mm) und Dover Saddlery gelegt, das ½ Zoll (12,7 mm) je Seite eindeutig zu lang nennt.
Feste Seitenteile passen mit 0–2,5 mm je Seite, bis 5 mm haben sie etwas Spiel. Bei der Kandare gelten bis zu −2 mm je Seite als eng, aber noch innerhalb der Herstellerempfehlung: Die Maulbreite misst du in Höhe der Trense, die Kandare liegt tiefer.
Gebissgrößen-Tabelle: cm, mm und Zoll
Ein Zoll misst exakt 2,54 cm. Hersteller runden aber unterschiedlich: Bomber ordnet 5″ der Größe 125 mm zu, obwohl 5″ exakt 127 mm sind. Kingdom Equestrian gibt 125 mm als 4,92″ an. Vergleiche deshalb immer die mm-Angabe des Gebisses.
| cm | mm | Zoll exakt | ≈ Zoll | Größe |
|---|---|---|---|---|
| 9,5 | 95 | 3,74 | 3¾″ | Haupt |
| 10,0 | 100 | 3,94 | 4″ | Zwischen |
| 10,5 | 105 | 4,13 | 4¼″ | Haupt |
| 11,0 | 110 | 4,33 | 4¼″ | Zwischen |
| 11,5 | 115 | 4,53 | 4½″ | Haupt |
| 12,0 | 120 | 4,72 | 4¾″ | Zwischen |
| 12,5 | 125 | 4,92 | 5″ | Haupt |
| 13,0 | 130 | 5,12 | 5″ | Zwischen |
| 13,5 | 135 | 5,31 | 5¼″ | Haupt |
| 14,0 | 140 | 5,51 | 5½″ | Zwischen |
| 14,5 | 145 | 5,71 | 5¾″ | Haupt |
| 15,0 | 150 | 5,91 | 6″ | Zwischen |
| 15,5 | 155 | 6,10 | 6″ | Haupt |
| 16,0 | 160 | 6,30 | 6¼″ | Zwischen |
| 16,5 | 165 | 6,50 | 6½″ | Haupt |
Gebissgröße in Zoll: Wie viel cm sind das?
Rechne die Zollgröße in mm um und nimm die nächste Größe im 5-mm-Raster. Achtung: 125 und 130 mm sind beide etwa 5″. Zollgrößen gibt es auch bei Pferdedecken: Die passende Decke zeigt der Deckengrößen-Rechner.
| Zoll | exakt (mm) | Größe (cm) | Größe (mm) |
|---|---|---|---|
| 4″ | 101,60 | 10,0 | 100 |
| 4¼″ | 107,95 | 11,0 | 110 |
| 4½″ | 114,30 | 11,5 | 115 |
| 4¾″ | 120,65 | 12,0 | 120 |
| 5″ | 127,00 | 12,5 | 125 |
| 5¼″ | 133,35 | 13,5 | 135 |
| 5½″ | 139,70 | 14,0 | 140 |
| 5¾″ | 146,05 | 14,5 | 145 |
| 6″ | 152,40 | 15,0 | 150 |
Welche Gebissstärke passt: 14, 16 oder 18 mm?
Die Stärke misst du am Maulwinkel bzw. direkt vor dem Ringloch, am genauesten mit einem Messschieber. Für Turniere gibt der FN-Ausrüstungskatalog einen Rahmen vor, maßgeblich ist die Ausschreibung.
| Bauteil | Pferde | Ponys |
|---|---|---|
| Trense am Maulwinkel | 14–21 mm | 10–18 mm |
| Kandare im Maulwinkel | 14–21 mm | 10–18 mm |
| Unterlegtrense | 10–16 mm | 10–16 mm |
| Dünnste Stelle (Trense, Unterlegtrense) | über 8 mm | über 8 mm |
| Gebissringe (Durchmesser) | 55–90 mm | 45–70 mm |
Dieser Rahmen ist keine Passformempfehlung. Ob ein Gebiss zu dick ist, hängt vom Platz im Maul ab. In einer finnischen Studie hatten Pferde im Mittel Platz für ein etwa 14 mm starkes Gebiss. Bei 12 von 43 Pferden war das benutzte Gebiss zu dick, Platz für mehr als 22 mm hatte keines. Dicker ist also nicht automatisch sanfter: Ein zu dickes Gebiss kann auf Zunge und Gaumen drücken.
Eine Orientierung gibt der 2-Finger-Test von Sprenger: Zeige- und Mittelfinger zusammen (ca. 3,5 cm) dort ins Maul legen, wo das Gebiss liegt. Bei Druck auf beiden Fingern empfiehlt der Hersteller 14–16 mm, bei kaum Druck 16–18 mm. Für dünnere Gebisse, wie sie bei Ponys vorkommen, nennt er keine Empfehlung.
Welche Gebissgröße braucht ein Warmblut oder ein Pony?
Messen schlägt jede Tabelle. In der bisher größten Messstudie mit 554 erwachsenen Pferden und Ponys lag die Maulbreite zwischen 9,5 und 16,5 cm, im Mittel bei 13,1 cm. Stuten hatten kleinere Mäuler als Wallache. Finnpferde (Kaltblut) hatten größere Maße als andere Rassen, Ponys kleinere. Nur 74 % der benutzten Gebisse passten in der Länge.
Der Hersteller Bomber nennt für gerade Mundstücke etwa 11,5 cm für Ponys und 14,5 cm für Warmblüter. Für Shetlandponys und Kaltblüter fehlen belegte Werte. Deshalb schätzt der Rechner keine Größe aus dem Pferdetyp.
Worauf solltest du beim Gebisskauf achten?
- Miss das Gebiss nach, statt dem Etikett zu glauben: von Innenkante Ring zu Innenkante Ring, lose Ringe dabei auseinandergezogen.
- Gebogene und anatomische Mundstücke messen Hersteller unterschiedlich. Im Zweifel gilt die Herstellertabelle des konkreten Gebisses.
- Gebissscheiben brauchen laut einem Hersteller 3–5 mm mehr.
- Einfach gebrochene Gebisse haben fertigungsbedingt unterschiedlich lange Schenkel. Sprenger empfiehlt, sie regelmäßig umzudrehen.
- Notiere die Maulbreite mit Datum und miss nach etwa einem Jahr neu. Die passende Trense findest du mit dem Trensengrößen-Rechner, ob dein Pferd als Pony zählt, zeigt der Stockmaß-Umrechner.
Wo liegen die Grenzen des Rechners?
Der Rechner berechnet nur die Weite. Ob die Form zu Zunge, Gaumen, Laden und Mittelstück passt, zeigt erst die Anprobe am Pferd. Dabei helfen Tierärztinnen und Tierärzte mit Schwerpunkt Pferdezahnheilkunde, Pferdedentisten oder Gebissberater. Gebisslose Zäumungen, Westernkandaren und Fahrgebisse deckt der Rechner nicht ab. Ob ein Gebiss im Turnier zugelassen ist, regeln Ausrüstungskatalog und Ausschreibung.
Lass dein Pferd zuerst tierärztlich untersuchen, wenn die Maulwinkel wund, eingerissen oder verhornt sind, Blut im Maul ist, es stark mit dem Kopf schlägt, das Maul aufsperrt, die Zunge über das Gebiss legt oder heraushängen lässt, auf dem Gebiss kaut oder schlecht frisst. Pferdedentisten und Gebissberater ersetzen diese Untersuchung nicht.